Onlinehandel: Profi-Tipps für Einsteiger

Die Schweizer Handelszeitung veröffentlichte kürzlich ein Interview mit E-Commerce-Spezialistin Friederike Von Waldenfels, die selbst zehn e-Commerce-Shops in verschiedenen Marktnischen wie Fischen, Jagen oder Reitsport mit 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfolgreich betreibt. In dem Gespräch liefert sie spannende Einblicke für Neueinsteiger in die Welt des e-Commerce, die hier verdichtet dargestellt werden:

Die Schweizer Handelszeitung veröffentlichte kürzlich ein Interview mit
E-Commerce-Spezialistin Friederike Von Waldenfels, die selbst zehn
E-Commerce-Shops in verschiedenen Marktnischen wie Fischen, Jagen oder Reitsport mit 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfolgreich betreibt. In dem Gespräch liefert sie spannende Einblicke für Neueinsteiger in die Welt des E-Commerce, die hier verdichtet dargestellt werden:

Chancen von kleinen Märkten nützen

So liegen die Chancen von kleinen Märkten vor allem darin, von den großen Anbietern nur am Rande betreut zu werden, ohne in die Tiefe zu gehen. Das eröffnet Bewegungsspielraum für Spezialistentum als Verkäuferin oder als Verkäufer.

Verfügt der Marktplatz nur über eine schwache Online-Dichte oder ist erkennbar, dass er schnell wachsen kann, dann bestehen respektable Möglichkeiten für kleine Anbieter. Da in diesen Nischen die Kundschaft oft selbst aus Spezialisten auf dem jeweiligen Gebiet besteht, erhält die Anbieterin beziehungsweise der Anbieter die Chance, selbst mit ausgezeichnetem Wissen über die Produkte zu punkten.

Ein weiteres Thema ist das Service, in dem das Telefon nach wie vor eine bedeutende Rolle spielt: Verkauf, Beratung und Nachfragen können so persönlich abgewickelt werden und damit die Kundenbindung stärken. Hinsichtlich der Versandkosten setzt Von Waldenfels – entgegen den Gepflogenheiten der Marktriesen – erfolgreich auf die Kondition, erst ab einem bestimmten Bestellwert gratis zu liefern, die Retouren sind bei ihr immer zahlungspflichtig.

Gesamte Wertschöpfungskette einbeziehen

Insgesamt können kleine lokale Händler die große, billige Konkurrenz mit Services wie Reparatur oder Geräteeinbau bei der Kundschaft vor Ort ausstechen oder auf Exklusiv- beziehungsweise Eigenmarken setzen. Auch die Nutzung der gesamten Wertschöpfungskette trägt zum erfolgreichen Auftritt bei.

Neueinsteiger in das E-Commerce-Geschäft können ihr Angebot parallel auch mit herkömmlichem Marketing bewerben, hier nennt die Unternehmerin etwa einen Reitsportladen, der zur Eröffnung seines Onlineshops auch als Sponsor bei Reitturnieren auftritt.

Zudem sollte jede Unternehmerin und jeder Unternehmer schon beim Einstieg in die Online-Handelswelt in größeren Dimensionen denken und - statt nur des lokalen Handels - schon den landesweiten Handel vor Augen haben.

Marktforschung betreiben und rechtliche Aspekte berücksichtigen

Auch eine deutsche Stadtzeitung beschäftigte sich vor kurzem mit dem Einstieg von lokalen Händlern in den Online-Verkauf und liefert entsprechende Ratschläge.

Demnach ist es ratsam, sich vor dem Start mit etwas Marktforschung zu beschäftigen und Probeläufe zu gewissen Produkten zu absolvieren. So können etwa Tests mit einer kleinen Werbekampagne, die auf eine provisorische Website führt, durchgeführt werden.

Im Weiteren ist es vernünftig, den gesamten Aufbau von einer rechtskundigen Person begleiten zu lassen, um nicht an rechtlichen Rahmenbedingungen wie Impressumstext oder Widerrufsbelehrung in korrekter Form zu scheitern.

Zudem wird die Überlegung empfohlen, auch die Lagerung und den Versand eigenständig zu übernehmen, um volle Kontrolle zu behalten und die Höhe der Marge nicht zu verlieren.

Hinsichtlich der Reichweite der eigenen E-Commerce-Seite werden zwei Optimierungswerkzeuge empfohlen: Mit der Suchmaschinenoptimierung (SEO) soll der Shop leichter und schneller gefunden werden, auch eine Werbekampagne auf Basis der Suchmaschinenwerbung (SEA) unter Beiziehung von Spezialisten wird angeraten.