Örtliche Online-Marktplätze – Lokales und Digitales erfolgreich verschmelzen

Die Vorteile des lokalen Handels mit persönlicher Betreuung, schneller Lieferung, vor-Ort-Service und After-Sales-Begleitung mit jenen eines digitalen Marktplatzes zu verbinden, ist einem Unter-nehmen in Oberbayern erfolgreich gelungen – ein Fallbeispiel.

Atalanda – "Die Plattform für stationäre Geschäfte & online-Marktplätze" – wurde im Jahre 2012 als klassisches Start-up im oberbayrischen Freilassing nahe der österreichischen Grenze gegründet. Im Zentrum des Unternehmens steht die Idee, die Geschäftswelt vor Ort digital zu präsentieren. Damit bietet der Online-Marktplatz die Bestellung der gewünschten Ware im Internet, doch der Händler bleibt auf dem Online-Marktplatz nicht anonym, sondern durchgehend erkennbar vom Kauf des Produkts wie bei allen weiteren Service- und Dienstleistungen bis hin zum persönlichen Ansprechpartner im After-Sales-Bereich. Damit steht der regionale Handel im Mittelpunkt des Konzeptes. Das macht auch den großen Unterschied zu den weltweit agierenden Internet-Händlern, wo der Händler zumeist unsichtbar bleibt. Aktuell ist das Unternehmen in 24 Städten vertreten und beschäftigt 14 haupt- und mehrere nebenberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Städte und Regionen auf einer Plattform

Auf dem Online-Marktplatz präsentieren sich inzwischen viele Händler aus ganz Deutschland, von Hamburg über Wuppertal bis nach Günzburg und Pfaffenhofen. Der digitale Marktplatz ist dabei in alle 24 teilnehmenden Städte und Regionen gegliedert. Dort kann sich die Kundschaft das Sortiment der Händler, die am Online-Marktplatz teilnehmen, landesweit online anschauen und sich die Ware dann bequem nach Hause liefern lassen – wenn die Kundin oder der Kunde im gleichen Ort wohnt, sogar noch am selben Tag. Man kann sich die Ware aber auch im eigenen Wohnort im Geschäft selbst abholen.

Vom Nahezu-Flop zum Top-Angebot

Die ursprüngliche Idee des Gründers Roman Heimbold war, Städte, Gemeinden und andere Ortschaften als "dezentrales Warenlager" zu verstehen und diesen eine umfassende Präsentationsfläche für die Produkte ihrer Händler zu geben. Dabei floppte das Unternehmen zu Beginn beinahe, doch mit Hilfe eines Local-Commerce-Experten und der Wirtschaftsförderer der nordrheinwestfälischen Stadt Wuppertal gelang es, bei möglichst vielen Händlern der Stadt vorstellig zu werden und sie für das Konzept zu begeistern. Damit war das erste Fundament der neuen Plattform im Netz geschafft. Zentrale Erkenntnis nach dem gelungenen Start sei gewesen, so Heimbold, dass sich jemand vor Ort um die Händler kümmern, die Beziehung herstellen und die Idee überzeugend vorstellen müsse.

Ein digitales Netzwerk aus der lokalen Wirtschaft

Die Plattform setzt dabei auf drei Schienen im Angebot: Einerseits bieten die lokal ansässigen Händler ein breites Sortiment von aktueller Damen- und Herrenmode oder Textilien für Kinder, Bücher und Medien, Elektronik, Sportartikel bis hin zu Lebensmittel. Gleichzeitig werden auch ortsansässige Dienstleister präsentiert und bieten als Friseur/in, Steuerberater/in, Physiotherapie-Institut und Reiseunternehmen ihre Leistungen bei atalanda an, wo ein Termin online genauso schnell angefragt werden kann wie ein Wochenendausflug. Zum dritten können sich Nutzerinnen und Nutzer der Plattform zentrale Informationen zu neuen Restaurants, Hotels oder Eisgeschäften in ihrer Stadt verschaffen und einen Überblick über bevorstehende Veranstaltungen in der Region bekommen.

Sonderpreis "Handel im Wandel"

Für sein erfolgreiches Konzept erhielt Roman Heimbold bereits 2015 von der Rid Stiftung zur Förderung des mittelständischen, bayerischen Einzelhandels den Sonderpreis des Innovationswettbewerbs "Handel im Wandel", da er nicht nur einen technologischen Ansatz verfolgt, sondern erkannt habe, dass es auch um ein lokales Kooperationsproblem gehe, lautete die Begründung der Jury anlässlich der Verleihung.

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