Einen Webshop erfolgreich relaunchen

Ein Relaunch im E-Commerce ist kein Selbstläufer, sondern ein kritisches Projekt für jeden E-Commerce-Anbieter. Daher sind eine gute Planung und die gründliche Überwachung hierbei das A und O.

Für den Relaunch eines Webshops kann es viele Gründe geben, die häufigsten sind der Wunsch nach einer Optimierung für die mobile Nutzung, nach einem moderneren Design oder wenn es das komplette Re-Branding der Marke erfordert. Eine deutsche Digitalagentur hat dazu zehn Tipps zusammengetragen.

1. Besser kleine Schritte als großer Neustart

Die beste Neugestaltung im E-Commerce ist eine Veränderung in kleinen Zwischenschritten. So kann man den Webshop als ein 24/7- Projekt nach und nach um weitere Funktionen und Verbesserungen anreichern und spart sich eine Hau-Ruck-Aktion, womit auch die Bestandskundinnen und -kunden nicht vor den Kopf gestoßen werden.

2. Grober Zeitplan statt Fixtermin

Ist ein Relaunch unumgänglich, scheint es aus Erfahrung besser zu sein, einen groben Zeitplan abzustecken, statt ein fixes Datum festzulegen und dieses auch nach außen zu kommunizieren, da es bei größeren Veränderungen leicht zu Verzögerungen kommt. Darüber hinaus müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Marketingpartner und beteiligte Agenturen rechtzeitig informiert werden. Knapp vor dem Relaunch sollte eine professionelle Offline-Seite die Kundschaft über die kommende Veränderung aufklären.

3. Beliebtes bewahren

Bewährte Features und beliebte Bausteine des ursprünglichen Webshops sollten sich auch im erneuerten Shop wiederfinden. Auch ein Blogbeitrag, der auf Suchseiten gut gereiht ist, gut angenommene Zahlungsarten sowie zusätzliche Felder in der Suche gilt es zu übernehmen.

4. Bestandskunden in die Testphase einbinden

Damit der neue Shop auf allen Devices und Browsern fehlerfrei läuft, müssen ausreichend Testphasen eingeplant werden. Im Weiteren kann die Seite in Performance-Tests erprobt werden, auch die Einbindung von ausgewählten Bestandskunden in Usability-Tests hat sich bewährt und Schnittstellen wie zur Enterprise Resource Planning (ERP)-Software und zu externen Tools wie Newsletter-Anbietern und dem Cookie-Banner sollten getestet werden.

5. Neue rechtliche Gesamtprüfung erforderlich

Vor dem Relaunch ist zu bedenken, dass die Veränderung auch rechtliche Aspekte betreffen kann. Dazu sollten Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), Datenschutzrichtlinien, Impressum, Cookie-Banner und anderes durch einen Fachanwalt geprüft werden.

6. Online-Payment-Partner informieren

Da Zahlungsanbieter rundum erneuerte Shops bei großen Veränderungen gerne nochmals hinsichtlich der geforderten Qualitätskriterien überprüfen, sollten diese Partner mit genug Vorlaufzeit über die geplanten Veränderungen informiert werden. Gleiches ist für verwendete Qualitätssiegel wie jenes von Trusted Shops vorzusehen.

7. Weiterleitungen installieren

Ein durchdachtes Weiterleitungsmanagement sorgt dafür, dass ein Webshop nach dem Relaunch gut gefunden werden kann und alle Verlinkungen passen. So antwortet bei Verwendung einer sogenannten "301-Weiterleitung" ein Webserver dem anfragenden Client, dass die angeforderte Uniform Resource Locator (URL) dauerhaft verschoben wurde und unter einer neuen URL erreichbar ist.

8. Werbung rund um den Start des Relaunches stoppen

Während des Relaunches und bis zu zwei Tage danach sollte die Werbung im Netz angehalten sowie die Verlinkungen der Search Engine Advertising (SEA)- und Display-Kampagnen auf den neusten Stand gebracht werden. Nach dem Relaunch gilt es, Aktionen und Kampagnen wieder zu reaktivieren und im Fall an die veränderten Bedingungen des Shops anzupassen.

9. Zusätzliche Kapazität für Service und Support vorsehen

Für die Kundschaft muss auch gesorgt werden: Service und Support müssen sich auf den Zeitpunkt des Relaunches mit zusätzlichen Kapazitäten einstellen, wobei bestehende Kundenkonten, Log-In-Daten und Gutschein-Codes weiterhin gültig bleiben sollten.

10. Backup des alten Shops als Notfallplan

Sollte trotz umfassender Planung doch etwas während des Relaunches schiefgehen, rettet ein Backup der alten Version. In der Folge kann analysiert werden, was falsch gelaufen ist und ein neuer Versuch gestartet werden.

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