Neue Studie: E-Commerce-Nutzung steigt, damit auch mehr Beschwerden

Studien aus Österreich und Deutschland belegen die bereits bekannte Nutzungssteigerung im E-Commerce durch die Bevölkerung. Doch auch Betrugsversuche und Orientierungshilfen für den Betrieb von Online-Shops wurden analysiert.

Eine vom "Österreichischen E-Commerce Gütezeichen" beauftragte Online-Befragung mit 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Österreich zum Thema Betrug im Internet brachte vor allem drei markante Ergebnisse: Bedingt durch die Pandemie haben 42 Prozent der Untersuchten deutlich beziehungsweise eher mehr im Internet eingekauft. Und neun von zehn Befragten fühlen sich beim Online-Shopping auch sicher, obwohl bereits jede/r zweite von einem Betrugsversuch im Netz betroffen war.

Beschwerden über Betrugsversuche: Das sind die häufigsten Maschen

Auch die Internet Ombudsstelle gibt für das Jahr 2020 mit 6.534 Fällen um ein Drittel mehr Beschwerden als im Vorjahr an. Dazu zählen nach beiden Untersuchungen besonders häufig bezahlte Ware, die nicht geliefert wurde, Abo-Fallen (vor allem bei Film-Streaming-Plattformen), Fake-Shops mit angeblichen Corona-Schutzmaterialien, Schadsoftware, die am Endgerät der Nutzerinnen und Nutzer installiert wird sowie der Versand gefälschter Waren. Darüber hinaus vermerkt die Internet Ombudsstelle steigende Probleme mit Bestellungen bei chinesischen Online-Shops, aber auch bei österreichischen Anbietern, die Waren vom Großhändler oder Hersteller mit Sitz in China direkt an die Kundschaft versenden lassen. Dort werden oft Konsumentenschutzbestimmungen nicht eingehalten beziehungsweise Rücksendungen nicht ordnungsgemäß abgewickelt.

Kritik und gesuchte Vertrauensbeweise der Befragten beim Online-Shopping

Generell kritisierten die in der Gütezeichen-Untersuchung Befragten beim Online-Einkauf einzuhaltende Mindestbestellwerte, hohe Versandkosten und überschrittene Lieferzeiten. Sicherheit ist generell ein wichtiges Thema: 80 Prozent setzen auf Zertifizierungen von Online-Shops als Vertrauenszeichen und Orientierungshilfe. Zudem informieren sich 
44 Prozent über den Anbieter und suchen Kundinnen- und Kundenbewertungen, 30 Prozent kontrollieren das Impressum und über
16 Prozent sehen nach einem Gütesiegel. Auch Freunde und Bekannte sind eine Auskunftsquelle zur Seriosität eines Shops. Darüber hinaus gelten sichere Zahlungsmittel, die Bekanntheit des Anbieters, gute Bewertungen als Merkmale für Vertrauen beim Einkauf im Internet. So sind den Befragten einfache Stornierungen und Retouren, das Vorhandensein des von ihnen bevorzugten Zahlungsmittels und der Sitz des Anbieters in Österreich besonders wichtig.

Deutschland: Online-Handel zieht an, doch viele haben Angst vor Identitätsdiebstahl

Auch aus Deutschland gibt es eine aktuelle Umfrage, die ein Cyber-Sicherheitsunternehmen jetzt veröffentlicht hat: Hier geben 37 Prozent aller Untersuchten an, während des Pandemiejahres 2020 neben dem lokalen Einkauf auch auf Online-Dienste angewiesen gewesen zu sein, um den täglichen Bedarf decken zu können. Darüber hinaus meinen
21 Prozent, in dieser Zeit alle Besorgungen online erledigt zu haben. Ein Drittel zieht den Online-Kauf dem stationären Handel inzwischen vor. Im Weiteren wurde die Haltung der Konsumentinnen und Konsumenten zu Sicherheitsfragen untersucht: Obwohl sich die Mehrheit der Befragten routiniert im Umgang mit digitalen Diensten fühlt, sorgen sich 91 Prozent vor einem Identitätsdiebstahl im Netz: Angst macht der Missbrauch der eigenen Kreditkarten- oder sonstigen Finanzdaten sowie privater Daten wie Geburtsdatum oder Adresse für kriminelle Zwecke.

Quellen: