Auch Print gewinnt: Die Rückkehr des gedruckten Katalogs im Online-Handel

Einige große Online-Händler setzten im Marketing wieder – auch – auf gedruckte Kataloge. Diese Printprodukte können in bestimmten Zielgruppen durchaus erfolgreich frische Umsätze in den Handel im Internet ziehen.

Ein Schweizer Online-Händler hat letzthin neben seiner bestehenden Online-Präsenz einen Print-Katalog mit stattlichen hundert Seiten für die deutsche Kundschaft erstellt und präsentiert darin Artikel aller Produktkategorien, angereichert mit redaktionellen Inhalten. Diese liefern der Leserschaft jedoch weit über reine Produktinformationen hinaus kontextuelle, zusätzliche Inhalte zu den Waren. Darin geben sie beispielsweise Ratschläge zu Detailentscheidungen für ein Produkt oder erläutern neue Trends. Das Unternehmen betrachtet den Katalog als Experiment und will vorerst eine Auflage von 25.000 Exemplaren an die Stammkunden versenden.

 

Neben dem erwähnten Unternehmen wollen auch andere Anbieter aus dem Web in Richtung Print expandieren. So bietet ein alteingesessener deutscher Versandhändler, der seine über Jahrzehnte gewohnten Kataloge bereits vor einiger Zeit eingestellt hat, nun auch immer wieder Kataloge mit aktuellen Angeboten aus den verschiedenen Kategorien und zwar für jene Kundinnen und Kunden, die früher auch so bestellt haben.

Gute Gründe für Print im Online-Handel

Gut gemachte und aufwendig gestaltete Druckerzeugnisse können einen Wettbewerbsvorteil im Kampf um die Aufmerksamkeit von Konsumentinnen und Konsumenten erzielen: Da etwa der klassische Präsenz-Handel speziell in der Corona-Krise nahezu ausfiel, konnten Kataloge oft durch ihre Wertigkeit punkten und als früher stark etabliertes Medium in einem Art Retro-Marketing besonderes Interesse auf sich ziehen.

Ein Katalog wie ein Kaufhaus

Ist ein Händler zudem analog zu einem stationären Kaufhaus nur mit einer bestimmten, vorausgewählten Produktpalette am Markt, wird der Kundschaft ein überschaubares, solide vorsortiertes Sortiment mit entsprechender Beratung präsentiert, die zur Produktgruppe passt. Gleichzeitig ist der Weg in die Druckerei auch eine Möglichkeit, bereits vorhandenen redaktionellen Content im Marketing ein weiteres Mal ohne zusätzliche Kosten zu verwerten.

Ältere Zielgruppe mit Katalogen gut für Online-Käufe ansprechbar

Im Weiteren können mit den Printprodukten auch jene älteren Zielgruppen angesprochen werden, die vor Beginn der Pandemie noch kaum im Online-Handel einkauften. Eine aktuelle Studie des deutschen Bundesverbands
E-Commerce und Versandhandel belegt, dass in der Gruppe der über 60jährigen die höchsten Zuwachsraten erzielt werden konnten. Auch die
50- bis 59-Jährigen kauften im letzten Jahr deutlich häufiger online und steigerten binnen eines Jahres ihren Marktanteil von 18,2 auf 24,7 Prozent. Vor allem die Älteren, aber auch die zweite Zielgruppe, sind nach wie vor gut über Kataloge und gedruckte Prospekte ansprechbar.

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